Pressespiegel

01.01.2007

Der Vergabemarktplatz NRW

Dem Bereich des öffentlichen Auftragswesens wurde seit Beginn der meisten E-Government-Aktivitäten besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Erwartungen waren angesichts der erheblichen Auftragswerte und Transaktionszahlen hoch gesteckt, da sowohl bei den Produkt- als auch bei den Prozesskosten schnell erhebliche Einsparungen erwartet wurden. Selbst wenn sich die anfänglichen Schätzungen als überzogen erwiesen haben, sind die realistisch betrachteten Einsparpotentiale durchaus relevant.

Mit so genannten E-Government-Diensten kommt die Verwaltung der Forderung nach einer Verbesserung der Servicequalität für Unternehmen nach. Auch die Europäische Kommission hat das mögliche Potential von E-Government-Diensten im Rahmen der Binnenmarktdiskussion erkannt und forciert Tätigkeitsbereiche wie die elektronische Vergabe und schafft Anreize für öffentliche Auftraggeber (zum Beispiel Fristenverkürzungen), um zu einer schnellen Umsetzung zu gelangen.

Das Land NRW befasst sich seit langem mit der Unterstützung des öffentlichen Auftragswesens und betreibt seit über drei Jahren ein Portal zum öffentlichen Auftragswesen (Vergabeportal). Das Vergabeportal ist im Internet unter www.vergabe.nrw.de frei zugänglich und informiert über die Beschaffungsorganisation innerhalb der einzelnen Ressorts, über Vorschriften und nützliche Informationen zum Vergaberecht. So bot es Unternehmen erstmals die Möglichkeit, zentral auf einer Seite alle Ausschreibungen der Landesverwaltung einzusehen.

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Im Dezember 2005 wurde mit dem Vergabemarktplatz NRW (VMP NRW) die letzte Ausbaustufe des Portals freigeschaltet. Realisiert wurde er im Rahmen des Projektes "d-NRW" durch die Firma cosinex, privater Partner im Leitprojekt der nordrhein-westfälischen Landesregierung zum Thema "verwaltungsübergreifendes E-Government" d-NRW.

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Auf der zentralen Plattform werden alle Ausschreibungen gelistet, so dass überregional tätige Lieferanten bequem alle aktuellen Bekanntmachungen finden. Nach einmaliger Anmeldung können sie mit nur einem Passwort durch das ganze System navigieren und bei Interesse an einer kommunalen Ausschreibung auf einen kommunalen Marktplatz wechseln. Sie können auch einen automatischen Benachrichtigungsdienst einrichten, der sie per Mail über neue Vergaben des gesamten Plattformverbundes informiert. Bislang wurden in Nordrhein-Westfalen drei regionale bzw. kommunale Marktplätze realisiert: Nördliches Ruhrgebiet, Kreis Mettmann und Stadt Hagen. Diese harmonieren trotz unterschiedlicher Basisinfrastrukturen gut mit dem zentralen Vergabemarktplatz. Die stetig steigenden Kundenzahlen und zufriedenen bis enthusiastischen Rückmeldungen zeigen: Das System bewährt sich auch in der Praxis – für die Vergabestellen und die Lieferanten gleichermaßen.

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Quelle: Vergabe Navigator 1/2007, S. 13-15.

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