09.03.2009
Interoperabler Bieterclient soll der eVergabe neuen Schub verleihen
Die Erfahrung der letzten Jahre hat nach Meinung von Experten gezeigt, dass eine Erfolg versprechende Lösung dieser unbefriedigenden Situation nur darin liegen kann, vorhandene eVergabesysteme über einen zentralen Einstieg miteinander zu verbinden. Das Stichwort lautet also Interoperabilität. Einer für alle, ein zentraler Bieterclient zur Ansteuerung aller großen eVergabeplattformen in Deutschland: Das ist das Thema eines Projektes, das unter der Federführung der subreport Verlag Schawe GmbH gemeinsam mit Fraunhofer FOKUS, ins Leben gerufen wurde.
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Der große Vorteil für Unternehmen liegt nach Ansicht von Edda Peters im zentralen Einstieg des Metaportals, der ihnen den Zugriff auf unterschiedlichste Plattformen verschiedenster Betreiber über eine einheitliche Oberfläche ermöglicht.
So erfolge der Download von Vergabeunterlagen über einen zentralen Durchgriff auf die Dokumente der angeschlossenen Plattformen; die jeweiligen Angebote würden an die eVergabeplattform direkt übergeben. Natürlich sei es jedem Unternehmen nach wie vor freigestellt, die einzelnen Plattformen auch direkt zu nutzen. Finanzieren ließe sich das Angebot durch ein kleines Entgelt, das bei der Nutzung der Vergabeunterlagen nach dem Pay-per-View-System anfiele. Für die Plattform-Betreiber oder die Vergabestellen selbst entstünden keine Kosten.
Die Interoperabilitätsoffensive wird inzwischen von maßgeblichen Anbietern von eVergabeplattformen in Deutschland unterstützt - etwa der cosinex GmbH als Softwarelieferant der eVergabelösung von d-nrw, dem Beschaffungsamt des Bundesministerium des Innern mit seiner eVergabeplattform und natürlich von subreport selbst mit dem Elektronischen Vergabeinformations-System subreport ELViS. Jörg Funk, Referatsleiter IT-gestütztes Beschaffungswesen im Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums, kommentiert die Entwicklung: „Grundsätzlich begrüßen wir die Schaffung interoperabler Nutzerclients für die verschiedenen Plattformen, auch unter Verwendung der bisher verwendeten proprietären Protokolle und Formate. Die Schaffung eines interoperablen Bieterclients ist allerdings Aufgabe der anbietenden Software-Wirtschaft. Dies wurde auch im Beraterkreis eVergabe des BMWi mit den Verbänden BDI und Bitkom so besprochen. Wir wollen daher von unserer Seite alles tun, um dieses Ziel zu unterstützen.“
Vorteile für alle Akteure
Die Realisierung des Projektes würde weitreichende positive Effekte für Verwaltung und Wirtschaft nach sich ziehen, ist sich Edda Peters sicher: „Die Akzeptanz der eVergabe wird erhöht, Einsparpotenziale werden endlich realisiert. Eine weitere Zersplitterung der deutschen eVergabelandschaft wird verhindert. Der Wettbewerb bleibt gewahrt. Und: Ein solches Modell kann als Blaupause für ganz Europa dienen“.
Quelle: eGovernment Computing, Artikel v. 09.03.2009
